Forsthaus Echterspfahl
Inhaber: Gabi Ballmann

Strasse: An der StaatstraĂe 2312
PLZ/Ort: 63879 Weibersbrunn
Telefon: +49 6094.326

Telefax: +49 6094.326
Email: info@forsthaus-echterspfahl.de

Web: http://www.echterspfahl.de/
Die Sage vom Echterspfahl ist bekannt:
Drei BrĂŒder Echter, als Raubritter vom Kaiser Friedrich Barbarossa verfolgt, hatten getrennt im Spessart Zuflucht gefunden. Etwa dort, wo spĂ€ter das Forsthaus stand, trafen sie sich von Zeit zu Zeit; ihre Pferde banden sie an einen Pfahl, der drei eiserne Ringe trug. So bekam diese Stelle und das spĂ€tere Forsthaus den Namen Echterspfahl.
Kein Wunder, der Echterspfahl war von jeher ein Ziel der Spessartwanderer und der Bewohner der umliegenden Spessartgemeinden, die besonders gern am Sonntag „ĂŒber Land“ gingen, wie man frĂŒher sagte. Hatte doch die bayerische Forstbehörde dem Förster von Echterspfahl eine Konzession erteilt, die ihm erlaubte, Wanderer und andere GĂ€ste mit Speis‘ und Trank zu laben. Das Forsthaus hatte GĂ€ste zu allen Zeiten des Jahres: Fuhrleute und Waldarbeiter meist im Winter; Wanderer aus Stadt und Land, die Unentwegten auch in der kĂ€lteren Jahreszeit, doch letztere meist in der Wanderzeit. So wurde der Jockel mit der so gastfreundlichen Förstersfamilie weithin bekannt, ein fester Begriff der Spessartwanderer. In den Sommermonaten saĂ man im Freien, in der Höhenluft des Spessart beim Bier oder Apfelwein mit einem krĂ€ftigen ImbiĂ meist hausgemachter Ware.
Wenn die Herbstnebel sich auf den Wald senkten und der Winter mit Reif und Schnee Berg und Tal verzauberte, da fanden GÀste im Forsthaus Echterspfahl eine wohlige, heimelige RaststÀtte zum Ausruhen und zur StÀrkung.
Es war im Juli 1936. Damals fand sich ein Aufnahmeteam des Bayerischen Rundfunks im Spessart ein und wollte Aufnahmen unter dem Titel „Die Hirschbrunft im Spessart“ machen. Da die Zeit verfrĂŒht war, waren alle BemĂŒhungen, natĂŒrliche Hirschrufe aufzunehmen, erfolglos. Um nicht unverrichteterdinge heimkehren zu mĂŒssen, griff man auf „ĂŒbernatĂŒrliche Rufe“ zurĂŒck. Oberförster Gregor Bernhart und sein „Rivale“, Oberförster Hefter aus Bischbrunn, betĂ€tigten sich vor dem Mikrophon akustisch als röhrende Hirsche. Von ihren Hirschrufen (Trenzen, Kampfruf und so fort) war das Aufnahmeteam derart begeistert, daĂ auch noch ein Geweihkampf gefordert wurde. Dieser wurde mit Stöcken ausgefochten.
Zur Zeit der tatsĂ€chlichen Hirschbrunft, im Oktober des gleichen Jahres, erschallten die „Hirschrufe“ aus den Lautsprechern. „Wir erkannten unsere eigenen Stimmen nicht wieder, so gelungen waren die Aufnahmen“, erzĂ€hlt Bernhart. „Der andĂ€chtig lauschende Laie vor dem Lautsprecher ahnte nicht, daĂ ihm mit den röhrenden Hirschen von Echterspfahl Hörner aufgesetzt wurden“, schmunzelt der „Jockelförster“.
Das Geheimnis der „röhrenden Hirsche von Echterspfahl“ war nur einigen Eingeweihten bekannt. Und wenn in den folgenden Jahren durch die Unbilden der Witterung oder infolge anderer EinflĂŒsse die Hirschbrunft im Spessart ziemlich ruhig verlief, die wiĂbegierigen AusflĂŒgler aus Aschaffenburg, Offenbach, Hanau und Frankfurt abends in den Spessart fuhren, um die röhrenden Hirsche zu belauschen, da schickte der „Jockelförster“ oft seine beiden Söhne Walter und Paul in den nahen Wald, und diese lieĂen naturgetreu, wie schon ihr Vater, die Stimme der Hirsche mit Hilfe von Muscheln oder Pappröhren erschallen. Zufrieden ob des selten gehörten Erlebnisses fuhren die Neugierigen dann wieder nach Hause.
Die „röhrenden Hirsche“ waren auch einmal der Grund dafĂŒr, daĂ Gregor Bernhart wĂ€hrend des „TausendjĂ€hrigen Reiches“ mit der Gestapo Bekanntschaft machen muĂte. Bernhart hatte nĂ€mlich in der Echterspfahler GaststĂ€tte geĂ€uĂert: „Ich glaube nicht alles, was der Rundfunk sendet!“ Diese Worte kamen der Geheimen Staatspolizei, dank guten Lauschern, zu Ohren. Eines Tages kamen zwei mĂŒrrisch blickende Herren in das Wirtshaus. Sie erkundigten sich nach dem verantwortlichen Forstmann, und als sie bei Gregor Bernhart am richtigen Mann waren, wiesen sie sich als Gestapo-Beamte aus. Sie lieĂen wissen, daĂ man erfahren habe, Förster Bernhart habe Kritik am Rundfunk geĂŒbt. „Sie glauben nicht alles, was der Rundfunk sendet! Haben Sie das gesagt oder nicht?“ herrschten sie den verschmitzt dreinblickenden „Jockelförster“ an. „Ja, das habe ich gesagt“, bekannte der und bat seine beiden GĂ€ste in das angrenzende Wohnzimmer. Dort erzĂ€hlte er den Gestapo-Leuten dann die Geschichte von den „röhrenden Hirschen“ im Rundfunk. Da muĂten die gestrengen Staatsdiener erkennen, daĂ sie einem Schalk aufgesessen waren. Nach einem zwerchfellerschĂŒtternden Lachen geboten sie aber Gregor Bernhart, die Geschichte nicht weiterzuerzĂ€hlen.

